Zeittafel

Wasserloser Tor:

Aufnahme von 1910 mit Ehrenbürger Joef August Eichelsbacher. Das Wasserloser Tor wurde 1963 von einem amerikanischen Armee-LKW angefahren und stürzte darauf ein.

Anfänge 830 -1590
250 v. Chr. bis 50 n. Chr. erste Besiedlung in der in der Latene-Zeit. Nachgewiesen durch Ausgrabungsfunde eines keltischen Brandgräberfeldes 75 Gräber.

830 Die früheste Notiz über die Existenz Hörsteins befindet sich im Anhang einer Evangelienhandschrift der Abtei Seligenstadt, die um 830 in Lorsch geschrieben wurde und heute in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt aufbewahrt wird. In diesem Verzeichnis, das eine wirtschaftsgeschichtliche Quelle ersten Ranges darstellt, werden Einkünfte aus 38 Ortschaften erwähnt , darunter auch der folgende Vermerk:
De Hurstin Hartpraht 11 denarii.

Um 1000 Abt Beringer kauft in Hörstein ein Gehöft und ein Weinberg
Schreibweise von Hörstein: zuerst Hurstin 1139 Hursten, 1189 Horstein, Arnoldus miles de Horste 1247, 1250 Hursten. Seit 1600 ist die Schreibweise Horsten dann Hörstein geläufig.

1139 Nachrichten über Hörsteiner Besitzungen des Kanonikerstifte St. Peter zu Mainz

1247 bestätigen Konrad von Hohenlohe und die Stadt Gelnhausen, dass Arnold und Gerhard von Horste ihre Ansprüche auf Güter des Klosters Arnsburg in der Wetterau aufgegeben haben. Diese Quelle lässt den Schluß zu, dass auch in Hörstein um 1250 ein Rittergeschlecht ansässig war.

1267 bestätigt Erzbischof Werner von Mainz zusammen mit anderen Belehnungen, daß Graf Reinhard von Hanau ihm seine Güter in Hörstein, bestehend aus einem Hof und Weinbergen, zugewiesen hat.

1309 Das Freigericht Wilmundsheim vor dem Berge bestand nach einer Urkunde von 1309 aus den vier Cent- oder Untergerichten Wilmundsheim, Hörstein, Mörnbris und Somborn. Unter den vier Gerichten soll Hörstein den Vorrang gehabt haben...>>>

1363 Nachweis zu einem Bau einer Kapelle zu Hörstein. Gemeinsame Pfarrei von Kahl und Hörstein bis 1908 da wurde Kahl selbständig

1409 Peter und Paul stiftet den Magalenenaltar

1425 erwirbt das Mainzer Erzstift das Eppsteinische Drittel in der Keltergasse, heute Mainzer Gasse, wurde von Mainzer Leibeigenen bewohnt.

1485 Anschaffung einer Glocke, sie läutet heute immer noch.

1517 Bau der Zehntscheune an der Kirche

1584 Bau der Wilgefortiskapelle

1529 Hörstein wird Hauptort des Freigerichts, im gemeindlichen Rathaus zu Hörstein finden Amtshandlungen aller Art von Vertretern Lehensherren statt (Gesetz – und Ordungsverfügungen, Regierungsentscheidungen usw.)
1560 Verleihung des Markrechts (Wochenmärkte)
1563 Bau des Sautor, Adelonstor 1570 und Abtstor ?, Wasserlosertor 1597, Elemtstor 1597, Unter Pforte 1597, Mönchhoftor 1602. 1855 legte man die Tore nieder. 1965 fiel das Wasserloser Tor als letztes dem Verkehr zum Opfer.

1590 Beginn mit dem Bau der Ringmauer …leider heute nur noch teilweise erhalten.

Diese Zeittafel ist noch in Bearbeitung……… wurde vom Webmaster zusammengetragen und erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit.

Quellen: Heimatjahrbuch Markt Hörstein 1975 /J.A. Eicheslbacher Hörstein im Freigericht 1910


Ab 1600
1600 Hörstein hat 800 Einwohner , Gemeinde erbaut eine Wasserleitung vollständig aus Mitteln des "gemeinen Seckels" mit Steinrohren und Laufbrunnen in den Straßen, die damals als Seltenheit Namen führten.

1603 – 1605 Gerichts- und Gefängnisort der Freigerichter Hexenprozesse Beginn der großen Hexenverfolgung „Freigerichter Hexeniagden“, denen in dreieinhalb Jahren in den drei Pfarreien Hörstein, Alzenau und Somborn 139 Frauen und Männer zum Opfer fielen. Unter den Gerichteten befanden sich 35 Bewohner von Hörstein. (Hexenthorn – Hinrichtungsbrände – Gerichtsplatz) heute steht an der Stelle ein Gedenkstein...>>>

1605 – 1608 die Pest wütet zum ersten mal in Hörstein.

1625 zweite Pestepidemie, pro Tag sterben 19, innerhalb weniger Wochen 400 Menschen, fast die Hälfte der Bevölkerung, sie werden auf dem Pestfriedhof außerhalb der Mauern unterhalb der „Unter Pforte“ beerdigt.

1626 Überlebende errichten den Bernhardsaltar und geloben den hl. Bernhard seinen Namenstag im August jährlich zu feiern…..auch heute noch.

1618 – 1648 der große Glaubenskrieg fordert auch in Hörstein zusätzliche Opfer.

1634 durch Einquartierungen katholische Kaiserliche und evangelische Schwedenschäden innerhalb der Mauern, weitere Massenkrankheiten Plünderung, Nötigung und Hungesrnöte starker Rückgang der Bevölkerung.

1644 Durch die Wirren des dreißigjährigen Kriegs gehen die Pfaarbücher verloren

1666/67 dritte Pestepidemie es sterben noch mal 20 Menschen.

1736 mit dem Tod des Grafen Johann Reinhard III. stirbt das Haus Hanau im Mannesstamm aus. Hessen-Kassel und Kurmainz schicken Truppen ins Freigericht um alleinige Besitzergreifungen des jeweils anderen zu verhindern. Es kommt zu schweren Ausschreitungen gegen die Bevölkerung.

1743 Unweit des Ortes „Schlacht bei Dettingen“

1748 Teilung des Freigerichts, Alleinherrschaft der Kurfürsten von Mainz.

1782 Zugehörigkeit zum Amt Alzenau

1803 bis 1816 Hörstein ist hessisch, aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses Säkularisation zu Hessen-Darmstadt

1816 Zugehörigkeit zum Königreich Bayern und jetzigen Freistaat Bayern

1855 Niederlegung der Ringmauer-Tore, außer Wasserloser Tor wegen wirtschaftlicher Gründe. Das Wasserloser Tor wurde 1963 von einem amerikanischen Armee-LKW angefahren und stürzte darauf ein. Heute stehen nur noch die beiden Seiten ohne Rundbogen. Das eingelassene Wappen ist allerdings unversehrt geblieben.

1851/52 Hungersnot viele Familien verlassen Hörstein und wandern aus nach Amerika in die „neue Welt“ bis 1867 365 Personen.

1914 bis 1918 Erster Weltkrieg : 43 gefallene Soldaten aus Hörstein

1939 bis 1945 Zweiter Weltkrieg: 136 Gefallene, Vermisste und Verstorbene

1954 Erweiterung der Pfarrkirche und Abriss der alten Zehntscheune

1965 Abriss des letzten Ringmauer-Tores (Wasserloser Tor) nach Beschädigung

1975 Eingemeindung der Marktgemeinde Hörstein in die Stadt Alzenau als größter Stadtteil (z.Zt. ca. 3500 Einwohner) nach Alzenau.